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Über das Spielen

 

In Ludanien dreht sich alles um den Spieltrieb. Daher verdient dieser auch eine intensivere Betrachtung. Es soll Erwachsene geben, die ihren kindlichen Spieltrieb verdrängen oder vielleicht sogar tatsächlich verloren haben, wie mancher behauptet. Der Mensch ist von Natur her ein homo ludens, ein spielender Mensch. Zu Spielen ist daher ein Grundbedürfnis des Menschen. Den Spieltrieb zu verdrängen ist also meiner Meinung nach ein Verleugnen der eigenen Natur und psychologisch schädlich. 
Ich gehöre bestimmt nicht zu jenen, die ihren Spieltrieb unterdrücken. Mein kindlicher Spieltrieb existiert bis heute kontinuierlich weiter. Freilich haben sich die Spielinteressen etwas verlagert, auch fehlt die Zeit, aber ich kann keinen Bruch ausmachen. Ich glaube, allgemein in meiner Generation festzustellen, dass der Spieltrieb viel eher ins Erwachsenendasein mitgenommen wird als das früher der Fall war. Ich bin sicher etwas extrem: Ich habe noch mit 18 Jahren Fußball-Weltmeisterschaften und Qualifikationen mithilfe eines komplizierten Würfelsystems ermittelt (wie?), beim "Autos-Schießen" mit meinem kleinen Sohn Daniel führe ich eine Punkte-Liste, wobei jedem Auto ein Land beigeordnet ist und 12 Rennen eine Meisterschaft darstellen... Mit meiner Lebensgefährtin Katja spiele ich beinahe täglich Karten- und Brettspiele, wir laden auch häufig Freunde zum Spielen ein. 
Spielen ist aber nicht nur Konsum. Ich erfreue mich auch am kreativen Prozess, eigene Hausregeln zu entwerfen, Spiele zu verändern und eigene Spiele zu entwickeln. Ich habe schon für mehr als ein Computerspiel Szenarien und "Mods" (Modifikationen) entworfen, hier präsentiere ich nur meine Arbeiten zu Sid Meier's Civilization III. Ich habe auch schon versucht, eigene Brettspiele zu entwerfen, das ist jedoch sehr kompliziert und die meisten Ansätze waren erfolglos. Ein Spiel mit Namen "Teotlatolli - Der Rat der Götter" habe ich entwickelt und versucht, einen Verlag zu finden, leider erfolglos. Daher habe ich mich dazu entschlossen, das Spiel gratis hier zur Verfügung zu stellen. Alles, was man tun muss, um es zu bekommen, ist sich hier zu registrieren. Momentan bastle ich gerade am Konzept eines Spiels, in dem ein Vandalenstamm Roma ausplündert, Katja designt fleißig ein Spiel über Tutenchamun.
Auch das Basteln dieser Homepage ist meiner Meinung nach als Spiel zu bewerten, ebenso wie viele andere Hobbies, z.B. Sammeln von Dingen (dem bin ich jedoch abhold) oder auch Sport. 

Ich halte Spielen für äußerst gesund und nutzbringend. Erstens macht es einfach Freude (homo ludens), außerdem fördert es Kreativität und Problemlösungskompetenz, da man stets auf neue Situationen gemäß der dem Spiel eigenen Regeln begegnen und sie zum eigenen Vorteil nutzen muss.

Ich hoffe, dieser Text hat euch Lust auf Spielen gemacht, euer


 

 

 

 

 

 

 © Werner Stangl 2004