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Thesen und Texte zu “Religion und Jenseitsvorstellungen in antiken Utopien”
1. These: In den vorchristlichen Utopien und Staatstheorien steht das Prinzip "Religion zum Wohl des Staates" im Vordergrund und wird von
einigen Autoren auch als rationales Element mit sozialen Funktionen verstanden.
2. These: Auch in der griechisch-römischen Kultur existieren Messiashoffnungen und Endzeitvorstellungen, die eine Wiederherstellung des Urzustandes bringen sollen.
3. These: Die ursprünglich diesseitigen Messiashoffnungen des hellenistischen Judentums durchlaufen bis zum Christentum eine Transformation zur Transzendenz. Es gelingt jedoch nie die vollständige Trennung, die Grenzen zwischen Diesseitigkeit und Jenseitigkeit bleiben weich (Körperhaftigkeit, Chiliasmus).
4. These: Die utopische christliche Gesellschaftsvorstellung ist an die Überwindung der Erbsünde gekoppelt. Das Reich Gottes ist daher nicht durch politische Maßnahmen zu verwirklichen. Das Christentum verfällt jedoch selten der
radikalen Ablehnung des Staates, sondern legitimiert ihn durch die Existenz der Erbsünde. Der Gläubige aber beteiligt sich nicht am Staat. Dieses Faktum, in Verbindung mit der Naherwartung verhinderten in den ersten Jahrhunderten die Entwicklung einer christlichen Staatslehre.
Kritias, VS 88 B25: Es gab eine Zeit. da war der Menschen Leben ungeordnet und fieberhaft und der Stärke untertan, da gab es keinen Preis für die Edlen, noch auch ward Züchtigung den Schlechten zuteil. Und dann scheinen mir die Menschen Gesetze aufgestellt zu haben als Züchtiger, auf daß das Recht Herrscherin sei, und die Frevelei zur Sklavin habe. Und bestraft wurde jeder, der sich nur verging. Dann als zwar die Gesetze sie hinderten, offene Gewalttaten zu begehen, sie aber im Verborgenen solche begingen, da, scheint mir, hat <zuerst> ein schlauer und gedankenkluger Mann die Götterfurcht der Sterblichen erfunden, auf das ein Schreckmittel da sei für die Schlechten, auch wenn sie im Verborgenen etwas täten oder sprächen oder dächten. Von dieser Überlegung also aus führte er das Überirdische ein...
Plat. Nom. V, 738c-e: Ferner wählte man aufgrund solcher Sprüche Orakel, Götterbilder, Altäre und Tempel und grenzte für jedes dieser Heiligtümer einen geweihten Bezirk ab. Von diesem allen darf ein Gesetzgeber nichts verändern, sondern muß jeder einzelnen Bürgerabteilung einen Gott, einen Dämon oder auch einen Heros zuweisen, und bei der Landverteilung muß er diesen als ersten heiligen Bezirke und alles, was dazu gehört, zuweisen, damit die Versammlungen der einzelnen Abteilungen, wenn sie zu den festgesetzten Zeiten stattfinden, eine gute Gelegenheit zur Befriedigung aller Bedürfnisse bieten und die Leute sich bei den Opfern miteinander befreunden und miteinander vertraut und bekannt werden, denn ein größeres Gut gibt es für den Staat nicht als dies, dass die Bürger miteinander bekannt sind.
Plat. Nom. VI, 771 d : Für jetzt wollen wir der eben gemachten Andeutung und Behauptung glauben und diese Teilung vornehmen, und wenn wir jedem Teil einen Gott oder einen Gottessohn zuerkannt und ihm Altäre und was sonst dazu gehört, zugeteilt haben, wollen wir zur Darbringung von Opfern an diesen Altären monatlich zwei Versammlungen veranstalten (1/Phyle, 1/“Abteilung“), erstens um der Gunst der Götter und der göttlichen Mächte willen, zweitens aber unserer eigenen gegenseitigen Freundschaft und Bekanntschaft wegen, wie wir sagen möchten und um des gesamten Zusammenlebens willen.
Plat., Nom. X, 909d: In Privathäusern soll niemand Heiligtümer haben: sooft es jemanden in den Sinn kommt zu opfern, soll er zu den öffentlichen Heiligtümern gehen und die Opfer den Priestern und Priesterinnen übergeben, denen die Sorge für die Weihehandlungen an diesen obliegt.
Cicero, De leg. II, 16: Für sich allein soll niemand Götter haben, weder neue noch fremde, es sei denn, sie sind öffentlich anerkannt; zu Hause sollen sie die verehren, deren Verehrung sie nach rechtem Religionsgebrauch von den Vätern übernommen haben. In den Städten sollen sie Heiligtümer haben, auf dem Land Haine und Wohnsitze für die Laren. Das Brauchtum der Familie und der Väter sollen sie bewahren.)
Vergil, 4. Ekloge (Auszüge)
Letzte Weltzeit brach schon an des cumaeischen Liedes;
groß von Anfang an neu entspringt nun der Zeitalter Reihe.
Schon kehrt wieder die Jungfrau, kehrn wieder saturnische Reiche,
schon wird neu ein Sproß entsandt aus himmlischen Höhen.
Wenn du führst, wird getilgt, was noch blieb von unsres Verbrechens
Spuren und erlöst vom ständigen Schrecken die Lande.
Er wird Götterleben empfangen, er wird zu den Göttern
sehen die Helden gesellt, wird selbst unter ihnen erscheinen,
lenken wird er die befriedete Welt mit den Kräften des Vaters.
Einige Spuren jedoch verbleiben des Frevels der Urzeit,
treiben, mit Schiffen das Meer zu versuchen, Städte mit Mauern
rings zu umgürten und Furchen einzureißen der Erde.
Dann kommt ein anderer Tiphys, und neu eine Argo, die wieder
Helden, erlesene, trägt, es gibt wieder andere Kriege,
und gen Troja wird wieder entsandt ein großer Achilles
Dann, wenn dich zum Mann gemacht das gekräftigte Alter,
läßt auch der Schiffer freiwillig das Meer, die segelnde Fichte
tauscht nicht Waren mehr aus: überall trägt alles die Erde.
Nicht mehr duldet der Boden den Karst, der Weinberg die Sichel,
jetzt auch löst die Stiere vom Joch der kräftige Pflüger.
Nicht mehr lernt nun trügerisch bunt sich färben die Wolle,
nein, schon wechselt von selbst im Wiesengrunde der Widder
lieblich in glühenden Purpur sein Vlies und goldenen Safran.
Scharlach kleidet nun ganz von selbst die weidenden Lämmer.
'Solche Jahrhunderte spulet im Lauf!' so mahnten in Eintracht
nach der Schicksale ewigem Plan ihre Spindeln die Parzen.
Bald ist's Zeit, tritt an deine Bahn, o, strahlender Ehren,
teurer Sprosse der Götter, des mächtigen Juppiter Nachwuchs!
Siehe, es wankt und schwankt des Weltendomes Gewölbe,
Länder und Meere, unendlich gedehnt, und die Tiefen des Himmels,
siehe, so grüßt den Aion, den nahenden, jubelnd das Weltall!
Polybios, VI, 56: Der größte Vorzug des römischen Gemeinwesens aber scheint mir in ihrer Ansicht von den Göttern zu liegen; und was bei anderen Völkern ein Vorwurf ist, eben dies bildet die Grundlage des römischen Staates: eine beinahe abergläubige Götterfurcht. Die Religion spielt im privaten wie im öffentlichen Leben eine solche Rolle und es wird so viel _Wesens darum gemacht, wie man es sich kaum vorstellen kann. . Vielen wird das seltsam erscheinen, ich glaube indessen, dass es um der Masse willen geschieht. Denn wenn man ein Staatswesen bilden könnte, das nur aus Weisen besteht, würden solche Methoden wohl nicht nötig sein. Da jedoch die Masse immer leichtfertig und voller gesetzwidriger Begierden ist, bleibt nichts übrig, als sie durch Angst und eine gut erfundene Mythologie im Zaum zu halten.
Psalm 72:
1) Von Salomo.
Gott, gib dem König deine Rechtssprüche und deine Gerechtigkeit dem Königssohn,
(2) daß er dein Volk richte in Gerechtigkeit und deine Elenden nach Recht.
(3) Es mögen dem Volk Heil tragen die Berge und die Hügel Gerechtigkeit.
(4) Er schaffe Recht den Elenden des Volkes; bringe Hilfe den Kindern des Armen, und den Unterdrücker zertrete er.
(5) Und er möge lange leben, solange die Sonne [scheint], solange der Mond [leuchtet], von Geschlecht zu Geschlecht.
(6) Er komme herab wie ein Regen auf die gemähte Flur, wie Regenschauer als Befeuchtung auf das Land.
(7) In seinen Tagen wird der Gerechte blühen, und Fülle von Heil [wird sein], bis der Mond nicht mehr ist.
(8) Und er möge Herrschen von Meer zu Meer und vom Strom bis an die Enden der Erde.
(9) Vor ihm sollen sich beugen die Bewohner der Wüste, und seine Feinde sollen den Staub lecken.
(10) Die Könige von Tarsis und den Inseln sollen Geschenke bringen, es sollen Tribute entrichten die Könige von Scheba und Saba.
(11) Und alle Könige sollen vor ihm niederfallen, alle Nationen ihm dienen.
(12) Denn retten wird er den Armen, der um Hilfe ruft, und den Elenden und den, der keinen Helfer hat.
(13) Er wird sich erbarmen des Geringen und des Armen, und das Leben der Armen wird er retten.
(14) Aus Bedrückung und Gewalttat wird er ihr Leben erlösen, denn ihr Blut ist kostbar in seinen Augen.
(15) Und er soll leben, und von dem Golde Schebas wird man ihm geben; und man soll beständig für ihn beten, den ganzen Tag ihn segnen.
(16) Überfluß an Getreide soll im Land sein; auf dem Gipfel der Berge soll es wogen; wie der Libanon sei seine Frucht; sie sollen hervorblühen aus der Stadt wie das Kraut der Erde.
(17) Sein Name soll ewig sein; vor der Sonne soll aufsprossen sein Name; und in ihm wird man sich segnen; alle Nationen sollen ihn glücklich preisen.
(18) Gepriesen sei Gott, der Herr, der Gott Israels. Er tut Wunder, er allein!
(19) Und gepriesen sei sein Herrlicher Name in Ewigkeit! Seine Herrlichkeit erfülle die ganze Erde! Amen, ja Amen.
(20) Es sind zu Ende die Gebete Davids, des Sohnes Isais.
Jes., 65,16e-25:
Das endzeitliche Heil
16e Ja, vergessen sind die früheren Nöte, sie sind meinen Augen entschwunden.
17 Denn schon erschaffe ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Man wird nicht mehr an das frühere denken, es kommt niemand mehr in den Sinn.
18 Nein, ihr sollt euch ohne Ende freuen und jubeln über das, was ich erschaffe. Denn ich mache aus Jerusalem Jubel und aus seinen Einwohnern Freude.
19 Ich will über Jerusalem jubeln und mich freuen über mein Volk. Nie mehr hört man dort lautes Weinen und lautes Klagen.
20 Dort gibt es keinen Säugling mehr, der nur wenige Tage lebt, und keinen Greis, der nicht das volle Alter erreicht; wer als hundertjähriger stirbt, gilt noch als jung, und wer nicht hundert Jahre alt wird, gilt als verflucht.
21 Sie werden Häuser bauen und selbst darin wohnen, sie werden Reben pflanzen und selbst ihre Früchte genießen.
22 Sie bauen nicht, damit ein anderer in ihrem Haus wohnt, und sie pflanzen nicht, damit ein anderer die Früchte genießt. In meinem Volk werden die Menschen so alt wie die Bäume. Was meine Auserwählten mit eigenen Händen erarbeitet haben, werden sie selber verbrauchen.
Ezechiel, 34, 25-29 (1. Drittel 6. Jh.v.Chr.):
25 Ich schließe mit ihnen einen Friedensbund: Ich rotte die wilden Tiere im Land aus. Dann kann man in der Steppe sicher wohnen und in den Wäldern schlafen.
26 Ich werde sie und die Umgebung meines Berges segnen. Ich schicke Regen zur rechten Zeit, und der Regen wird Segen bringen.
27 Die Bäume des Feldes werden ihre Früchte tragen, und das Land wird seinen Ertrag geben. Sie werden auf ihrem Grund und Boden sicher sein. Wenn ich die Stangen ihres Jochs zerbreche und sie der Gewalt derer entreiße, von denen sie versklavt wurden, werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.
28 Sie werden nicht länger eine Beute der Völker sein, von den wilden Tieren werden sie nicht gefressen. Sie werden in Sicherheit wohnen, und niemand wird sie erschrecken.
29 Ich pflanze ihnen einen Garten des Heils. Sie werden in ihrem Land nicht mehr vom Hunger dahingerafft werden, und die Schmähungen der Völker müssen sie nicht mehr ertragen.
Mk, 10, 41-45
41 Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes.
42 Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wißt, daß die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen mißbrauchen.
43 Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,
44 und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.
45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
1 Kor, 15, 41-49
Der neue Leib bei der Auferstehung
41 Einen andern Glanz hat die Sonne, einen andern Glanz hat der Mond, einen andern Glanz haben die Sterne; denn ein Stern unterscheidet sich vom andern durch seinen Glanz.
42 So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.
43 Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft.
44 Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib.
45 Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, «wurde zu einem lebendigen Wesen» (1. Mose 2,7), und der letzte Adam zum * Geist, der lebendig macht.
46 Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche.
47 Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel.
48 Wie der irdische ist, so sind auch die irdischen; und wie der himmlische ist, so sind auch die himmlischen.
49 Und wie wir getragen haben * das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen.
Offenbarung des Johannes:
20,4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und ihnen wurde das Gericht übergeben. Und ich sah die Seelen derer, die enthauptet waren um des Zeugnisses von Jesus und um des Wortes Gottes willen,
und die nicht angebetet hatten das Tier und sein Bild und die sein Zeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und auf ihre Hand; diese wurden lebendig und regierten mit Christus tausend Jahre.
20,5 Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die tausend Jahre vollendet wurden. Dies ist die erste Auferstehung.
20,6 Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.
Das neue Jerusalem
21,1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
21,2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
21,3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;
21,4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
21,5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß!
21,6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
21,7 Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.
21,8 Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.
22,1 Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes;
22,2 mitten auf dem Platz und auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.
22,3 Und es wird nichts Verfluchtes mehr sein. Und der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt sein, und seine Knechte werden ihm dienen
22,4 und sein Angesicht sehen, und sein Name wird an ihren Stirnen sein.
22,5 Und es wird keine Nacht mehr sein, und sie bedürfen keiner Leuchte und nicht des Lichts der Sonne; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Hippolyt, Traditio apost. 16: Einem Soldaten, der seinen Dienst bei einem Statthalter verrichtet, sage man, daß er keine Hinrichtung vollziehe. Wenn er dazu den Befehl erhält, soll er ihn nicht befolgen. Geht er nicht darauf ein, so weise man ihn zurück. Wer die Schwertgewalt (ius gladii) oder die Verwaltung einer Stadt innehat, wer den Purpur trägt, trete ab, oder man weise ihn zurück. Wenn ein Taufbewerber oder ein Gläubiger Soldat werden will, dann weise man ihn zurück; denn er hat Gott verachtet.
Augústinus,CD, XV, 1: Bei dieser Gelegenheit haben wir die Menschen in zwei Gruppen geteilt. Die eine, die nach dem Menschen, die andere, die nach Gott lebt.
Wir sprechen auch im mystischen Sinn von zwei Staaten, das heißt zwei menschlichen Genossenschaften, deren eine vorherbestimmt ist, in Ewigkeit mit Gott zu herrschen, während die andere mit dem Teufel die ewige Strafe auf sich zu nehmen hat. Das bezieht sich allerdings erst auf ihr Ende, über das später zu sprechen sein wird. ... Ebenso ist im gesamt des Menschengeschlechtes, als sich die beiden Staaten durch Geburt und Tod zu entwickeln begannen, zuerst der Bürger dieser Welt geboren worden [Kain]. Erst nachher kam der Fremdling auf die Welt, der zum Gottesstaat gehörte [Abel]. ... Von Kain steht nun geschrieben, er habe einen Staat gegründet (Gen. 4.17). Abel aber als der Fremdling gründete keinen, denn der Staat der Heiligen ist droben, obwohl er hier unten Bürger zeugt, in denen er pilgert, bis die Zeit seines Reiches kommt. Dann wird er alle sammeln, so in ihren Leibern auferstanden sind, und ihnen wird das verheißene Reich gegeben werden, darin sie mit ihrem Fürsten, dem Könige der Ewigkeiten, ohne Zeitenende herrschen werden.
Augustinus, CD, XXII, 30: Wie sich im Übrigen die Grade von Ehre und Ruhm der einst auf die verdienten Belohnungen verteilen werden, ist wohl kaum jemand imstande, sich auszudenken, geschweige denn, darüber zu sprechen. Und trotzdem ist nicht daran zu zweifeln, daß es Abstufungen geben wird. Und auch das wird dieser selige Staat als großes Gut erleben, daß in ihm kein geringerer einen höheren beneiden wird, so wie auch jetzt die Erzengel nicht von den übrigen Engeln beneidet werden. Keiner wird wollen, was ihm nicht gegeben ist, er wird vielmehr in friedlichster Eintracht mit dem, dem es gegeben ist, verbunden sein, gleich wie auch am Leibe das Auge nicht sein will, was der Finger ist, da beide ja als Glieder zu der befriedeten Gesamtheit des Ganzen Leibes gehören.
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